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Frau
Dreißigacker erklärt „SoundEar“.
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Seit etwa einem halben Jahr bietet „Schöner
Hören“
in verschiedenen Wiesbadener Schulen das Projekt „SoundEar“
an. Es hat zum Ziel bei den Schülern durch Selbsterfahrung
erst ein Lärm- und dann ein Hörbewusstsein zu
erzeugen. In der Pestalozzischule in Wiesbaden war das
Projekt „SoundEar“ ein voller Erfolg.
„Lärm
ist schlecht!“ Darüber sind sich die
Schüler
der Klasse 3a an der Pestalozzischule einig. „Lärm
schädigt die Ohren“, sagt ein Junge. „Man
kann davon schwerhörig und sogar taub werden“,
ergänzt ein Mädchen. Hörakustikerin
Anja Dreißigacker, Mitarbeiterin von „Schöner
Hören“
in Wiesbaden-Biebrich,
nickt bestätigend. „Kann einem schwerhörigen
oder tauben Menschen eigentlich geholfen werden?",
will
ein Junge von ihr wissen. Auch seine Mitschüler
möchten
etwas über die Möglichkeiten von Hörhilfen
erfahren. Der Wissensdurst der Drittklässler kommt
nicht von ungefähr. Mit Hilfe des Projektes „SoundEar“
ist es nicht nur gelungen, sie für das Thema Lärm
zu sensibilisieren, sondern auch sie auf die Folgen
von
Lärm und mögliche Hörprobleme aufmerksam
zu machen. Vier Wochen hing im Rahmen des außergewöhnlichen
Projektes in der Klasse ein flaches Lärmmessgerät,
auf dem ein stilisiertes überdimensionales Ohr
abgebildet ist. Mit dem Gerät – einer
kostenlosen Leihgabe von „Schöner Hören“ – konnten
die Kinder durch Selbsterfahrung lernen, was Lärm
heißt und wie unangenehm Lärm ist. „Ist
es ruhig, leuchtet das Ohr grün“, erklärt
Dreißigacker die Funktionsweise des Gerätes.
„Bei steigendem Geräuschpegel wird das Ohr
erst gelb und schließlich rot.“
Beim
Aufhängen des Ohres waren die Kinder für einen
Test sofort zu begeistern. Sie flüsterten, schrieen,
quakten, quietschten und beobachteten aufmerksam, wie
das Ohr reagierte. Das leuchtete überwiegend gelb
und rot. Im Laufe der Zeit lernten die Wiesbadener Schüler
jedoch die grüne Farbe zu schätzen. Sie stellten
fest, dass sie ihre Lehrer und Mitschüler besser
verstehen und dem Unterricht konzentrierter folgen konnten,
wenn es ruhig war. Entsprechend begeistert äußerten
sich die Lehrerinnen der 3a, Vera Kiegler und Iris Reisner.
„Die Klasse ist viel leiser geworden“, freuten
sie sich. Wie Dreißigacker erläutert, sollte
für einen optimalen Unterricht der Geräuschpegel
45 bis 55 Dezibel nicht überschreiten. Wie Messungen
in verschiedenen Wiesbadener Schulen gezeigt haben, liegt
der Wert durchschnittlich bei 67 Dezibel. Dreißigacker
hat das Ohr so eingestellt, dass es ab 80 Dezibel gelb
und ab 85 Dezibel rot leuchtet. „Diese Steigerung
um fünf Dezibel wird subjektiv als eine ungefähre
Verdopplung der Lautstärke empfunden“, sagt
sie. Nicht nur in der Pestalozzischule, sondern auch in
allen anderen Schulen, in denen das Ohr bisher hing, konnte
die Geräuschkulisse erfolgreich um etliche Dezibel
reduziert werden. „Unser Ziel ist, bei den Kindern
erst ein Lärmbewusstsein und dann ein Hörbewusstsein
zu schaffen“, erklärt Dieter Arntz von „Schöner
Hören“.
„Die Erfahrungen zeigen, dass Kinder bei weniger
Krach ruhiger und konzentrierter in der Schule sind. Dadurch
absolvieren sie Arbeiten erfolgreicher und sind zufriedener.
Entsprechend gut gelaunt kommen sie nach Hause.“